70 Jahre CDU Leimen

70 Jahre CDU Leimen

Stand: 31.12.2014

Leimener Zeitung

CDU Leimen von 1945 bis 1975

Bereits im September 1945 fand eine erste Be­sprechung von Leimener Bürgern statt, die be­reit waren, den Anfang einer neuen Partei zu wagen, um am Aufbau einer demokratischen Ge­sellschaftsordnung auf Ortse­bene und darüber hinaus mitzu­wirken. Unter Leitung des späte­ren 1. Vorsitzenden Johan­nes Anselmann sprach der spä­tere Landtagsabgeordnete Jakob Ruppert (Eppelheim) über die Ziele der neuen Partei. Die er­ste Veranstaltung ergab, daß sich eine große Zahl der Anwe­senden für die Parteiarbeit zur Verfügung stellte. Die ersten Eintritte erfolgten. Ferner wurden Johannes Anselmann und einige Mitglieder gebeten, mit den Männern der vor 1933 eta­blierten Parteien, wie Evange­lischer Volksdienst usw., Kon­takt aufzunehmen. Die Besprechun­gen wurden mit Erfolg geführt, sodass am 21. Dezember 1945 die eigentliche Gründungsversamm­lung der CSU Lei­men stattfinden konnte. Als 1. Vorsitzender wurde Johannes An­selmann ge­wählt. Dieses Amt hatte er bis zum Jahre 1959 inne. Sein Stell­vertreter wurde Ludwig Weidemaier. Dazugewählt wurden Fritz Gehrig als Schriftfüh­rer und Emil Sauerzapf als Kassier, ebenso vier Bei­sitzer. Damit waren Männer beider Kon­fessionen im Vorstand vertreten. Gleich nach der Grün­dungsversammlung begann die Ar­beit für die neue Partei.

Vor dem 2. Weltkrieg hatte Lei­men 4.178 Ein­wohner. Durch die große Zahl von Heimatver­triebenen stieg die Einwohnerzahl im Jahre 1946 auf 5.447. Die Nachkriegszeit war geprägt durch Wohnungsnot, Le­bensmittelrationierung und Schwarzmarkt. Nahezu unlösbare Probleme türmten sich auf. Die ersten Gemeinderatswah­len fanden am 27. Ja­nuar 1946 statt. Dabei wurden auf der Li­ste der CDU Wilhelm Haug, Jo­hannes Anselmann und Wilhelm Stamm gewählt. Die CDU er­reichte 36,6 % der Stimmen. Ein wei­teres kommunalpolitisches Ereignis war die Bürgermeister­wahl am 1. Februar 1948, bei der zu aller Überra­schung der von der CDU unter­stützte Be­werber Otto Hoog mit überzeu­gender Mehrheit zum Bürgermei­ster der Gemeinde Leimen ge­wählt wurde.

Erst mit der Wäh­rungsreform am 20. Juni 1948 konnte eine positive Aufbauar­beit in Angriff genommen wer­den. Schwerge­wicht kommunalen Handelns war die Schaffung von Wohnraum. Eine rege Bautätig­keit begann. Die Heimatvertrie­benen mussten integriert werden. Ein wich­tiger Einschnitt in der Geschichte der CDU war das Jahr 1954. Zur Bürgermeisterwahl in diesem Jahr schlossen sich CDU, FDP und BHE zu einer Fraktions­gemeinschaft unter der Be­zeichnung “Bürgerblock” zusam­men, um gemeinsam Kommunalpoli­tik zu betreiben. Diese Wählerge­meinschaft hatte durch­schlagenden Erfolg. Am 24. Ja­nuar 1954 wurde Otto Hoog als Bürgermei­ster in seinem Amt be­stätigt, und bei der Ge­meinderatswahl im Jahre 1956 wurde die Hälfte der Mandate bei einem Stimmenanteil des Bür­gerblocks von 47,6 % er­reicht. Von 1959 bis 1965 über­nahm Emil Sauerzapf die Führung des CDU-Ortsverbandes. Hans Ba­der wurde danach Vorsitzen­der. Dieses Amt bekleidete er bis zum Jahre 1978. In diese Zeit fielen gewich­tige kommunalpoli­tische Entscheidungen. Es galt, die Infrastruktur auszubauen: Freischwimmbad, Parkstadion, Sportpark­halle, Real­schule und Hallenschwimmbad entstanden,- die Kanalisa­tion wurde komplet­tiert, die Kläranlage gebaut und die Wasserver­sorgung gesi­chert. Die Einwohner­zahl stieg bis 1973 auf 9.284 an. Im März 1972 stattete Altbundeskanzler Kurt Georg Kiesinger der Ge­meinde Leimen und dem CDU-Orts­verband Leimen einen Besuch ab.

Bei den Wahlen 1965, 1968 und 1971 konnte der Bürgerblock je­weils die meisten Stimmen und die Hälfte der Gemein­deratsmandate errin­gen. Bei der Bürgermeister­wahl im Jahre 1966 wurde Otto Hoog zum dritten Male mit überzeugender Mehrheit gewählt. Bei der Wahl am 30. Juni 1946 zur Verfassungge­benden Landesversammlung Baden er­reichte die CDU 30,4 % und bei der Landtagswahl am 24. No­vember 1946 26,6 % der Stimmen. Der 1. Deut­sche Bundestag wurde am 14. August 1949 ge­wählt. Bei dieser Wahl erreichte die CDU 27,44 %. Die Stimmenanteile der CDU bei Bundes- und Landtags­wahlen stiegen im Laufe der Jahre an. Erstmals wurde bei der Bundestagswahl 1965 ein Stimmenanteil von über 40 % er­reicht. Bei den Wahlen in der ehemaligen Gemeinde Leimen im Jahre 1972 wurden für den Landtag 44,7 % und für den Bundestag 40,7 % der Stimmen erreicht.


CDU St. Ilgen von 1945 bis 1975


Wie in Leimen, so gab es auch in St. Ilgen be­reits Ende 1945 Be­mühungen, eine neue Partei zu gründen, in der Angehörige bei­der Konfessio­nen zusammenwirken sollten. Am 29. Dezember 1945 fand die Gründungsversammlung statt, wo­bei der spä­tere 1. Vorsit­zende Johan­nes Kraft den Vorsitz führte. Mit großem Enga­gement wurde die Neugründung beraten, bis schließlich der Gründungsvor­stand mit folgen­der Besetzung gewählt wurde: Johannes Kraft, 1. Vorsitzen­der; Konrad Schmitt, 2. Vorsitzen­der; Phil­ipp Herb, Schriftführer; Franz Bixer, Rechner; Martin Herb und Heinrich Steinmann IV, Beisit­zer. In der gleichen Sitzung wurden die Kandi­daten für die anstehende Gemeinde­ratswahl ge­wählt. Diese Wahl am 27. Januar 1946 brachte 41,5 % der abgegebenen Stim­men, und von sechs Manda­ten konnte die Hälfte errungen wer­den. Die er­sten Gemeinderäte waren Martin Herb, Konrad Schmitt und Heinrich Steinmann IV. Zunächst war es für die neugegründete Partei wich­tig, die Konfessionsgren­zen zu über­schreiten. Die vorhandene Kluft konnte langsam ge­schlossen wer­den; nach und nach wurden mehr und mehr evangelische Mitbürger für die CDU gewonnen. Wegen Krankheit musste bereits 1946 der 1. Vorsitzende Johannes Kraft sein Amt an seinen Nach­folger Martin Herb übergeben, der dieses Amt bis 1948 beklei­dete. Auch bei der Land­tagswahl am 24. November 1946 wurde die CDU mit 36,1 % stärkste Partei, die SPD erreichte 31,8 %, die DVP 7,0 % und die KPD 25,1 %. Die Gemeinderatswahl am 7. De­zember 1947 brachte für die CDU St. Ilgen einen großen Erfolg. Sie errang 45,0 % der Stim­men und fünf von 12 Sit­zen. Zur Bürgermeisterwahl am 1. Februar 1948 kandidierte für die CDU Otto Herb. Der bereits vor dem 2. Weltkrieg gewählte Bürger­meister Willi Laub wurde je­doch in seinem Amt bestä­tigt. Bei der Bundestagswahl am 14. Au­gust 1949 konnte die CDU erneut mit 38,2 % die mei­sten Stimmen errei­chen. Wie über­all waren auch in St. Ilgen kommunale Probleme, ins­besondere Wohn­raumbeschaffung, zu lösen; denn auch die Einwohner­zahl von St. Il­gen stieg in­folge der Aufnahme der Heimat­vertriebenen von 1.341 im Jahre 1939 auf 1.865 im Jahre 1950 an. Diesen schwierigen Aufgaben stellte sich die neugegründete Partei, die in ihrem lang­jährigen Vor­sitzenden Karl Dörr (von 1948 bis 1954, von 1956 bis 1966) ihre herausragende Persönlich­keit hatte. Karl Dörr gehörte von 1947 bis 1965 dem St. Ilge­ner Gemeinderat an. Im Jahre 1969 wurde Karl Dörr für sei­ne Verdienste zum Ehrenvorsit­zenden ernannt. Von 1954 bis 1956 führte Günther Albrecht die CDU St. Ilgen. Einen Ein­bruch in der Entwicklung der CDU verursachte das Auftreten des BHE (Bund der Heimatver­triebenen und Entrechteten) im Jahre 1951. Der Stim­menanteil der CDU bei der Gemeinderats­wahl sank auf 29,8 %. Bei den folgenden Wahlen zum Gemeinde­rat trat ab 1953 die Freie Wäh­lervereinigung auf. Trotzdem konnte die CDU kontinuierlich ihren Stimmenan­teil bis auf 42,1 % im Jahre 1971 erhöhen, als sie erneut stärkste Partei wurde. In diesen Zeit­raum fielen wichtige kommu­nalpolitische Ent­scheidungen: Neubau der Ge­schwister-Scholl-Schule, Bau der Aegidiushalle, Ex­pansion St. Ilgens durch Er­schließung zahlreicher Bauge­biete (die Ein­wohnerzahl stieg bis 1974 auf 5.533 an), Umbau der Aegi­diushalle, Neubau der Jahnhalle und Kurpfalzhalle. Bei den Land­tags- und Bun­destagswahlen war - je nach Bundes- bzw. Lan­destrend - bald die CDU, bald die SPD stärk­ste Partei. Die Ergebnisse der CDU lagen immer im Bereich von 40 %. Bei der Bürgermei­sterwahl am 17. Januar 1954 wurde der Amtsin­haber Willi Laub wiedergewählt. Als Kandidat der CDU war Otto Stumpf angetreten. Bei der Bür­germeisterwahl am 9. Januar 1966 stellte sich von der CDU Erich Honig zur Wahl. Ge­wählt wurde Her­bert Ehrbar, der als unabhängiger Kandidat ins Ren­nen ging. 1973 erfolgte seine Wiederwahl (ohne Ge­genkandidat mit überwältigender Mehrheit. Die Führung im CDU-Orts­verband St Ilgen übernahm 1966 Karl Kraft. Er bekleidete dieses Amt bis 1974. Sein Nach­folger wurde Siegfried Mackert.


CDU Gauangelloch von 1945 bis 1975

Im Spätjahr 1945 gab es auch in Gauangelloch Bestrebungen, einen CSU-Ortsverband zu grün­den. Eine lose Vereinigung bil­dete sich, die von Heinrich Müller, Heinrich Kast, Georg Höl­zer und Karl Dus­sel reprä­sentiert wurde. Diese Persön­lichkeiten waren es auch, die bei der ersten Gemeinderatswahl am 27. Januar 1946 auf der Li­ste der CDU kandidierten (auf der einzi­gen Liste, die einge­reicht wurde) und zu Ge­meinderäten gewählt wurden. Die CDU trat als Par­tei nochmals am 7. Dezember 1947 und am 20. Ok­tober 1968 an und errang immer beachtliche Ergebnisse. Mei­stens jedoch kandidierten in Gauangelloch CDU-Mitglieder und CDU-Sympathi­santen auf Listen freier Wählergemeinschaften. Ein Wiederbeginn war am 2. Fe­bruar 1973, als eine lose In­teressengruppe, bestehend aus Sym­pathisanten der CDU, im “Schwanen” in Gauan­gelloch zu einer konstituierenden Sitzung der CDU Gauangelloch zusammen­kam. Gewählt wurde Manfred Müller als 1. Vorsitzender, Gerhard Himmelmann als 2. Vor­sitzender, Rudi Dussel als Kas­sier, Werner Schmitz als Schriftfüh­rer und Egon Dussel als Beisitzer.

Gauangelloch hatte es wegen seiner geografi­schen Lage in seiner Entwick­lung ungleich schwerer als Lei­men und St. Ilgen. 1939 hatte der Ort 654 Ein­wohner. Durch den Zuzug von Heimatvertriebe­nen stieg die Einwohnerzahl bis zum Jahre 1950 auf 985 an. Ab 1965 (1.036 Einwohner) sta­gnierte die Zahl. Erst ab 1971 (1.193 Einwoh­ner) wuchs durch die Erschließung neuer Bauge­biete die Einwohner­zahl bis zur Eingemeindung 1973 auf 1.285 und bis heute auf über 1.800. In den letzten Jahren wandelte sich die Gemeinde Gau­angelloch mit ihrem Ortsteil Ochsenbach vom Bauerndorf zur Pendlerge­meinde, und seit der freiwilli­gen Einge­meindung im Jahre 1973 vollzog sich die Umstrukturie­rung von Gauan­gelloch zu einer attraktiven Wohngemeinde in ra­schem Tempo. Bei den Bürgermei­sterwahlen kandidierten jeweils unabhängige Be­werber. Am 1. Fe­bruar 1948 wurde Josef Lang, am 5. Fe­bruar 1950 Jakob Kast (wiedergewählt 1956) und am 21. Januar 1968 Alois Lang, spä­ter Mitglied der CDU, gewählt. Bei den Bundes- und Landtagswah­len er­zielte die CDU in Gauan­gelloch Ergebnisse zwi­schen 4O % (Bundestagswahl 1961) und 58,8 % (Landtagswahl 1972) der Stimmen.

Die Gemeindereform im Jahre 1975


Die Gemeindereform brachte einen tiefen Ein­schnitt in das kommu­nale Geschehen. Der Weg zur neuen Gemeinde Leimen war beschwerlich und mit Stolper­steinen gepflastert. Am 1. Ok­tober 1973 erfolgte die frei­willige Eingemeindung der bis dahin selbständigen Gemeinde Gauangel­loch nach Leimen. Die Bürger Gauangellochs hatten sich in einer Bürgerversammlung und ei­ner Bürgeranhörung mit einer Mehr­heit von 2/3 für Lei­men entschieden. Durch inten­sive Akti­vitäten seitens der Bürgerschaft und der Ge­meindeverwaltung erstrebte St. Ilgen die Er­haltung seiner Selbständigkeit. Diese Bemühun­gen fanden auf Leimener Seite volle Unterstüt­zung. Bei der Bürgeranhö­rung am 20. Januar 1974 sprachen sich 76 % in Lei­men, 96 % in St. Ilgen gegen einen Zusammenschluss von Leimen und St. Ilgen aus. Diesen den Bürgerwillen eindeutig dokumen­tierenden Voten schlossen sich der Leimener Gemeinderat, der St. Ilgener Gemeinderat und die CDU uneingeschränkt an. Die Stadt Heidelberg forderte die Eingemein­dung der Gemeinde Lei­men nach Heidelberg. Die­sen Bestre­bungen traten die CDU Leimen und die Bürgerblock/Ge­meinderatsfraktion so lange ve­hement entgegen, bis die Einge­meindung der Ge­meinde Leimen in die Stadt Heidelberg kein Dis­kussionsthema mehr war. Trotz des Wider­stands von Leimen und St. Ilgen gegen einen Zwangszu­sammenschluss wurde die Fusion zwischen Leimen und St. Ilgen durch Urteil des Staats­gerichtshofs Baden-Württemberg rechtskräftig. Die neue Ge­meinde zählte 16.262 Einwoh­ner und war eine der größten im ebenfalls neugebilde­ten Rhein-Neckar-Kreis. Die Wahl des Gemeinde­rats fand am 29. Juni 1975 statt. Dabei trat die CDU in der Listenverbindung CDU/Bürger­block an und erreichte 12 von insgesamt 26 Mandaten. Bei der Bürgermei­sterwahl unter­stützte die CDU den bisherigen Leimener Bür­germeister Otto Hoog. Der erste Wahlgang fand am 7. September 1975 statt. Da beim ersten Wahlgang keiner der Kandidaten die Mehrheit er­reichte, fand am 28. September 1975 ein zweiter Wahlgang statt, bei dem Herbert Ehrbar mit der erforderlichen Mehrheit zum Bürgermei­ster der neuen Ge­meinde Leimen gewählt wurde. Wegen Wahl­anfechtungen erfolg­t der Amtsan­tritt des Gemein­derats am 20. Mai 1976 und der des Bürgermeisters am 24. Juni 1976, nachdem Herbert Ehrbar bereits seit dem 1. Mai 1976 als Amtsverweser tätig war.

Entwicklung nach der Gemeindereform


Nachdem die Turbulenzen der Ge­meindereform und der nachfol­genden Wahlen überwunden waren, setzten sich die Verantwortli­chen, Bürgermei­ster, Gemeinde­räte und die örtlichen Par­teien, zusammen, um für die Bürger in allen Ortsteilen eine ersprießliche Kommu­nalpolitik zu gewährleisten. Was von vielen bezweifelt wurde, wurde erreicht. In verhältnismäßig kur­zer Zeit ist es gelungen, die Bürgerschaft aus allen Ortsteilen zusammenzuführen, gemeinsam eine Aufwärtsentwick­lung einzuleiten und die rück­ständigen Pro­bleme der Gemein­dereform aus der Welt zu schaf­fen. Erhebliche In­vestitionen - zunächst insbesondere in Gauan­gelloch – wurden 1990 getä­tigt.

Leimen erhielt am 1. März 1981 die Bezeichnung Stadt. Die Stadtkernsanie­rung Leimen wurde vorangetrie­ben. Die Neu­baugebiete Rösbach, Höllwiesen und Gewerbe­gebiet Nord, Erweiterung Süd und West in Leimen, die Baugebiete Mörikeweg und Fasanerie I und III sowie Bahnhof II in St. Ilgen, die Gebiete Wei­denklinge, Gickelsberg und Am Siebten Seil in Gauangelloch und das Wohngebiet An­gellocher Pfad in Ochsenbach wurden er­schlossen. In Leimen wurde das Bundeslei­stungszentrum Gewicht­heben erstellt, das Otto-Hoog-Stadion sa­niert und das Bürger­haus Am Alten Stadttor um- und aus­gebaut, die Real­schule und die Grund- und Hauptschule Leimen mit Sporthalle erweitert, der Comeniuskinder­garten, der Elisabeth-Ding-Kindergarten und der Kindergarten am Stadtpark gebaut. In St. Ilgen wurde das Waldstadion sa­niert und um einen Sportplatz ergänzt, die Geschwister-Scholl-Schule erwei­tert und der Kin­dergarten Nikolaus-Lenau-Haus errichtet. Gauan­gelloch erhielt einen neuen Kindergarten, eine neue Grund­schule und einen neuen Sportplatz mit zu­sätzlichem Trainingsfeld. Ochsen­bach und Gauangel­loch wurden an die Klär­anlage ange­schlossen. Als besondere Herausforderung wurden 1.500 Spätaussiedler aufgenommen. Ab dem Jahre 2000 wurde begonnen jahrzehntelange Pläne im Verkehrswesen umzusetzen. Der Bahnhof St. Ilgen wird als S-Bahn-Haltestelle umgebaut, die Nordostumgehung und Stralsunder Ring mit Anbindung an die B 3 befinden sich im Bau.

Bis zum Jahre 1992 stieg die Ein­wohnerzahl der Stadt Leimen auf über 26.000 an. Leimen wurde ab 1. April 1992 zur vierten Großen Kreis­stadt im Rhein-Neckar-Kreis erhoben. Der Bürgermeister erhielt die Bezeichnung Oberbürgermeister und die Beigeordne­ten die Bezeichnung Bürgermeister. Ende 2002 zählte die Große Kreisstadt Leimen über 26.500 Einwohner.

Die Gemeindereform hatte auch Auswirkungen auf die Part­eistruktur. Am 7. Februar 1974 fu­sionierte die CDU Leimen mit der CDU Gauangel­loch. Der Ar­beitskreis Gauangelloch wurde ge­bildet. Die Gründung des CDU-Gemeindeverbandes Leimen als Dachverband für die Ortsver­bände St. Ilgen und Leimen er­folgte am 10. August 1978. Zum 1. Vorsitzenden wurde Karl-Heinz Becker gewählt, der die­ses Amt im Jahre 1987 an Sieg­fried Mackert weitergab, der es bis 1992 bekleidete. Hans Appel wurde im Jahre 1992 neuer Stadtverbandsvorsitzender. Karl-Heinz Becker und Siegfried Mackert wurden Ehren­vorsitzende des CDU-Stadtver­bandes. Auch im CDU-Ortsverband Leimen zeich­nete sich 1978 ein Wechsel in der Vorstandschaft ab. Egon Dussel wurde 1. Vorsitzen­der des CDU-Ortsverbandes Leimen. Sein Vorgänger Hans Bader wurde Ehren­vorsitzender. Im Jahre 1982 übernahm Werner Lindner den CDU-Ortsverband, der dieses Amt bis 1991 ausübte. Wolfgang Marsch wurde sein Nachfolger. Damit die CDU in allen Stadt­teilen glei­chermaßen präsent ist, wurde der CDU-Ortsverband Gauangelloch Ende 1984 wieder­gegründet. Vorsit­zender wurde Michael Vajda, der dieses Amt 1985 an Wolfgang Reichert wei­tergab. Von März 1987 bis 1991 war Man­fred Müller erneut 1. Vorsitzender. Sein Nachfolger wurde Richard Bader. Vom CDU-Orts­verband St. Il­gen wurden Karl Kraft im Jahre 1977 und Otto Stumpf im Jahre 1980 zu Ehren­vorsitzenden er­nannt. Im Fe­bruar 1977 fand der Kreispar­teitag der CDU Rhein-Neckar in St. Ilgen statt. Ebenso führte die CDU Rhein-Neckar ihr 1. Som­merfest am 11. Juli 1981 in St. Ilgen durch. Ein Hö­hepunkt war der Landesparteitag der CDU Baden-Würt­temberg am 10. und 11. Juni 1983 in der Kurpfalzhalle im Stadtteil St. Il­gen. Der gesamte Landesvor­stand, angeführt von Minister­präsident Lothar Späth, sowie die Bun­desminister Geißler und Wör­ner und Altbundes­kanzler Kurt Georg Kiesinger waren anwe­send. Der Parteitag war ein großer Erfolg für die CDU-Ver­bände in Leimen. Absoluter Höhepunkt des Jah­res 1987 war das 40jährige Ju­biläum der CDU Leimen, das in einem würdigen Rahmen mit Mini­sterpräsident Dr. Lothar Späth, dem stellv. Ministerpräsidenten Dr. Gerhard Wei­ser und dem Kreisvorsitzenden und heutigen Parlamentari­schen Staatssekre­tär Bernd Schmidbauer gefei­ert wurde. Am 8. Oktober 1989 fand die Be­zirksvertreterversammlung der CDU Nordbaden mit der Fest­legung der Kandidaten für die Wahl des Euro­päischen Parlamen­tes in der Kurpfalz­halle St. Ilgen statt. Im Ja­nuar 1990 war die CDU Leimen Gastgeber für Parteifreunde aus Halle, die zu einem Gedanken- und Informati­onsaustausch nach Lei­men gekom­men sind. Um­weltminister Vetter besuchte auf Einladung der CDU Leimen im Mai 1990 Leimen, um sich vor Ort über die Frage der Umgehungs­straße und der geplan­ten Erdaushub- und Bauschuttde­ponie zu infor­mieren. Innenmi­nister Dietmar Schlee in­formierte sich im März 1990 als Gast der CDU-Kreistagsfraktion über die Verkehrsverhält­nisse in Leimen und die Notwendigkeit des Baus von Umgehungsstraßen.

Die Bundes- und Landtagswahlen in der neuen Gemeinde Leimen brach­ten für die CDU gute Er­gebnisse. Bei den Landtagswah­len seit 1976 ist die CDU jeweils im ge­samten Stadtgebiet stärkste Partei, ebenso bei den Bundestagswahlen seit 1983. Von 1983 bis 1994 vertrat das Mitglied des CDU-Ortsverbandes St. Ilgen, Udo Ehrbar, als direkt gewählter Bundestagsabgeordneter den Wahlkreis Heidelberg-Stadt.

Bei den Ge­meinderatswahlen 1980 und 1984 erreichte die Listenverbin­dung CDU/Bürgerblock sehr gute Ergebnisse. 1989 wurde sie mit 10 Man­daten erstmals stärkste Fraktion. Die Zahl der Leimener Gemeinderäte wurde durch die über 20.000 gestiegene Einwohnerzahl für die Gemeinderatswahl 1994 von 26 auf 32 erhöht. 1994 wurde die Listenverbindung CDU/Bürgerblock mit 13 von 34 Mandaten erneut stärkste Kraft im Leimener Gemeinderat. Von sieben zusätzlichen Stadträten errang die CDU drei. Den größten Erfolg seit der Bildung der neuen Gemeinde Leimen (1975) errang diese Listenverbindung im Jahre 1999 mit 16 von 35 Mandaten. Auch bei der Kommunalwahl im Jahre 2004 errang die CDU (erstmals keine Listenverbindung mehr) mit 14 von 32 Sitzen einen ähnlichen Erfolg. Am 27.09.2007 entschied der Gemeinderat, die Aufhebung der unechten Teilortswahl im Jahre 2009 und die Senkung der Mandate ab dem Jahre 2014 auf 26. Einen Dämpfer gab es bei der Wahl im Jahre 2009, wo die CDU nur noch knapp stärkste Kraft im Gemeinderat wurde und 5 Sitze gegenüber 2004 verlor. Der Rückgang der Mandatszahl von 32 auf 26 hat die CDU gut überstanden und nur einen Sitz verloren und war mit 8 Stadträtinnen und Stadträte stärkste Fraktion.

1981 wurde das CDU-Mitglied Bruno Sauerzapf 1. Beigeordneter der Stadt Leimen. Er wurde 1989 und 1997 in diesem Amt für jeweils weitere acht Jahre bestätigt. Bei den Kreis­tagswahlen 1979, 1984, 1989 und 1994 wurden jeweils die beiden CDU-Kreisräte Wilhelm Gottselig und Bruno Sauerzapf gewählt. Die CDU erreichte dabei 2 von 4 Mandaten im Wahlkreis. Im Jahre 1989 wurde Bruno Sauerzapf zum Vorsitzenden der CDU-Kreistags­fraktion ge­wählt. Den größten Erfolg bei Kreistagswahl errang die CDU 1999 mit 3 von 4 Mandaten. Als neue Kreisräte wurden Bruno Sauerzapf, Hans Appel und Monika Gruler gewählt. Dieser Erfolg konnte im Jahre 2004 wiederholt werden, wo neben den bekannten Kreisräten Bruno Sauerzapf und Hans Appel auch Markus Zeitler

(der heutige Bürgermeister von Schönau) gewählt wurde. Die Wahlen in den Jahren 2009 und 2014 brachte, dass übliche Ergebnis mit 2 von 4 Mandaten.

Bei der Bürgermei­sterwahl am 11. März 1984 und am 15. März 1992 unterstützte die CDU Lei­men den bisherigen Bürgermei­ster Her­bert Ehrbar, der überzeugenden Wahlergebnissen wiedergewählt wurde. Die Oberbürgermeisterwahl im Jahre 2000 endete mit einer Enttäuschung. Der CDU-Kandidat Bruno Sauerzapf lag im 1. Wahlgang zwar an 1. Stelle, erreichte jedoch nicht die notwendige absolute Mehrheit. Beim 2. Wahlgang lag der SPD-Kandidat Wolfgang Ernst deutlich vorne und wurde Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Leimen. Leider wurde auch die Wahl im Jahre 2008 verloren. Der CDU-Kandidat Dr. Ulrich von der Heid kam im Ersten Wahlgang nur auf 23,02 % und trat beim 2. Wahlgang nicht mehr an.

Im Jahre 1986 übergab der langjäh­rige 1. Vorsitzende der CDU St. Il­gen Siegfried Mackert sein Amt an seine Ehefrau Ilse Mac­kert, die da­mit als erste Frau im CDU-Stadtverban­d ein solches Amt bekleidete. 1999 schied Ilse Mackert aus ihrem Amt und wurde Ehrenvorsitzende. Das Zepter übernahm Hans Hack, der in einer Kampfabstimmung im Jahre 2003 Hans Mühlböck unterlag, der damit neuer 1. Vorsitzender des Ortsverbandes St. Ilgen wurde. Nachfolgerin wurde im Jahre 2007 die jetzige Stadträtin Ulrike Eckl. Auch beim Ortsverband Leimen gab es eine Veränderung. Thorsten Niemzik übernahm 2001 dieses Amt. Wolfgang Marsch wurde Ehrenvorsitzender. In Gauangelloch schied 1997 Richard Bader aus seinem Amt als 1. Vorsitzende. Neue 1. Vorsitzende wurde Brigitte Steinle bis zum Jahre 2014, da zum 31.12.2014 der Ortsverband Gauangelloch in den Ortsverband Leimen integriert wurde.

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